Einige Arten von Tropenholz

Tropenholz

Nachdem nun schon kurz die Vorteile von Tropenhölzern allgemein erläutert wurden, wollen wir Ihnen zusätzlich noch eine Reihe von Holzarten anhand ihrer bekanntesten Eigenschaften vorstellen. Einige dieser Hölzer kennen Sie bestimmt, wie etwa Bangkirai, Teak oder Mahagoni, andere sind unbekannter und daher vielleicht noch kein Begriff. Erfahren Sie, welche Holzarten durch ihre Farbe bestechen, welche besonders hart und abnutzungsfest und welche Arten gegenüber Chemikalien unempfindlich sind.

Teak: Vielleicht das bekannteste Tropenholz, und das nicht umsonst. Denn Teak ist sogar unter Tropenhölzern besonders. Der Baum, der im südasiatischen Raum (Indien bis Indochina und Java) heimisch ist, wird bis zu 40 Meter hoch und einen Meter dick, selten mit rundem, häufig mit unregelmäßig geformtem Stamm. Das Kernholz des Teakbaumes ist zuerst gelb, später dann bis dunkelbraun und von dekorativen, schwarzen Streifen durchzogen. Die Dichte des getrockneten Holzes ("Darrdichte") beträgt zwischen 0,44 und 0,72 g/cm³, wobei das Holz beim Trocknen nur wenig schwindet. Teak ist witterungsfest und widersteht ausgezeichnet Pilzen und Insekten (auch Termiten!) und ätzenden Säuren, zudem ist es nur schwer entflammbar - ein Rundumpaket an Dauerhaftigkeit! Trotz seiner Härte lässt es sich gut bearbeiten, wenngleich Metallwerkzeuge schnell abstumpfen. Wer mit Teak arbeitet, sollte beachten, dass der Staub des ölhaltigen Holzes Hautreizungen hervorrufen kann. Neben den bekannteren Anwendungen wird Teak auch zum Schiffbau und für Laborinstrumente benutzt.

Mahagoni: Ein weiteres, sehr bekanntes Holz, welches schon sprichwörtlich als edles Möbelholz bekannt ist. Aus Südamerika stammend, wird der Mahagonibaum bis 30 Meter hoch (in Ausnahmefällen auch schon mal 40 Meter) und zwischen 0,6 und 1,4 Meter dick. Das Kernholz ist, wenn es frisch ist, hell- bis rotbraun, nach einer Weile dunkelt es aber nach. Die satte, sanfte Farbe und die geraden Holzfasern werden von vielen Menschen als besonders dekorativ empfunden. Die Darrdichte von Mahagoni liegt bei ca. 0,41 und 0,55 g/cm³, wie Teak schwindet es bei der Trocknung nur wenig. Mahagoni ist ebenfalls witterungsbeständig und widersteht Pilz- und Insektenbefall. Bekannt ist es als Furnier- aber auch als Kernholz für Möbel und Türen, doch wird Mahagoni ebenfalls im Schiffbau gebraucht, unter anderem für Jachten und Boote.

Garapa: Aus der gleichen Region wie Mahagoni, Südamerika (in warmen Gegenden, z.B. Südbrasilien), kommt das Garapaholz. Bis zu 50 Meter ragen die zwischen 0,6 und 1,2 Meter dicken Stämme in die Höhe, völlig rund auf einer Länge von 15 bis 25 Metern komplett astfrei. Farblich ist Garapa sehr gleichmäßig, ohne besondere Musterungen, im frischen Zustand zitronengelb, später bräunlich nachgedunkelt. Beim Trocknen neigt Garapa schwach zum Krümmen und gelegentlich treten Risse auf. Garapa ist außergewöhnlich hart und gut haltbar und wird daher auch oft im Außenbereich oder am Wasser verbaut. Vorteilhaft ist, dass das Holz weniger arbeitet, was bedeutet, dass es weniger schwindet und quillt als andere Tropenhölzer ähnlicher Härte. Ähnlich wie Teak kann Garapa gut gesägt und gehobelt werden, doch auch hier stumpfen Werkzeuge schnell ab.

Warsini Klappstuhl, Tisch Toronto

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Bangkirai (Yellow Balau): Bangkiraiholz ist ebenfalls ein asiatisches Holz, es findet sich unter anderem in Indien, Indonesien, Thailand und den Philippinen, aber auch in Pakistan, Burma und Kambodscha. Bangkirai wächst etwa in denselben Größenordnungen wie Garapa: Bis 50 Meter hohe Stämme mit einem Durchmesser von 0,6 bis 1,2 Metern, wobei der astfreie Teil 15 bis 25 Meter ausmacht. Das Kernholz ist zuerst gelblich braun und dunkelt mit der Zeit zu einem olivbraunen Farbton ab. Die Darrdichte liegt bei etwa 0,9 g/cm³, wobei die Trocknung sehr lange dauert, da eine Beschleunigung des Vorganges zu Rissen und Verformung des Holzes führt. In seinem Festigkeitswerten liegt Bangkirai etwa 50% höher als Eiche, nur knapp unter Bongossiholz. Seine Härte macht die Bearbeitung am schwierigsten, auch bei diesem Holz stumpfen Metallwerkzeuge schnell ab. Eine gute bis sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen Pilze, Insekten und andere Schädlinge, aber eine mangelnde Beständigkeit gegenüber Schädlingen im Meerwasser prädestinieren Bangkirai für den Einsatz an Land. In seinen Herkunftsländern ist Bangkirai ein als Bauholz sehr geschätzter Stoff und ist daher nicht oft mit FSC-Siegel erhältlich - Achtung, unterstützen Sie nicht Raubbau an den tropischen Regenwäldern, indem Sie auf diese Kennzeichnung verzichten!

Massaranduba: Ein weiteres Holz aus Südamerika, genauer gesagt aus Brasilien und den Guyanas. Das Massaranduba genannte Holz ist das Holz des Balatabaumes, der etwa 30 Meter hoch wird. Das auch Pferdefleisch-Holz, balata rouge oder beef wood genannte Holz fällt durch seine fleischrote (wenn frisch), später dunkelbraune Farbe auf (Kernholz). Luftgetrocknet liegt seine Dichte zwischen 0,9 und 1,11 g/cm³, doch das Holz trocknet nur langsam und schwindet stark, ebenso wie es zur starken Rissbildung neigt. Massaranduba ist wie Bongossi ein sehr schweres und hartes Holz, das durch seine Härte die Bearbeitung von Hand deutlich erschwert. Wie bei vielen anderen Tropenhölzern müssen Schrauben und Nägel auch hier vorgebohrt werden. Sehr gut widersteht Massaranduba Pilzen, die andere Hölzer angreifen oder verfärben sowie Insekten, ist damit also für den unbehandelten Einsatz im Außenbereich perfekt geeignet. Ein beliebtes Holz für hohe Belastungen, als Konstruktionsholz für Brücken, Stege, Kühltürme und Terassendielen. Auch hier kann der Holzstaub (wie bei Teak) zu Reizungen führen, wer also selbst die Bearbeitung von Massaranduba in Angriff nimmt, sollte sich schützen.

Bongossi: Das auch als Azobe bekannte Bongossi kommt aus einer bisher noch nicht erwähnten Region: aus Westafrika, hauptsächlich aus Kamerun und von der Elfenbeinküste. Obwohl übliche Wuchshöhen für die Holz liefernden Bäume zwischen neun und 16 Metern liegen, sind bis zu 40 Meter hohe Exemplare durchaus im Bereich des Möglichen. Bei solchen Riesen finden sich astfreie Längen von bis zu 30 Metern. Der Stammdurchmesser der meist zylindrisch runden Stämme beträgt dabei bis zu zwei Metern. Das Kernholz glänzt sowohl im frischen Zustand durch seine rotbraune Farbe mit leichten Violetttönen als auch später durch seine schokoladenbraune Farbe. Im Freien und ungeschützt kann es allerdings oberflächlich angrauen. Getrocknet liegt seine Dichte bei um 1 g/cm³. es sinkt also im Wasser zu Boden. Auch Bongossi trocknet sehr langsam und künstliche Beschleunigung des Vorganges ist sehr vorsichtig durchzuführen. Bongossi schwindet stark. Bongossi kann man getrost als fast unverwüstliches Holz bezeichnen: Es ist unglaublich hart, was die Bearbeitung erschwert (Nageln ohne Vorbohren ist unmöglich, Werkzeuge stumpfen ab) und Verleimen erfordert zumindest angetrocknetes Holz. Überdurchschnittlich resistent gegen Säuren, Pilze und Schädlinge zu Wasser und zu Lande (auch gegen die gefürchteten Bohrmuscheln und Termiten) sowie Feuer, wird Bongossi allerorten gerne verwendet - genannt seien nur die beachtlichsten Beispiele: Brücken, Schleusen, Molen, Eisbrecher und Rammhauben, wo Härte gefragt ist, und in viel beanspruchten Lagerräumen, Waggons und als Schwerlast- oder Schiffsboden, da Bongossi auch besonders abriebfest ist. Eisenbahnschwellen aus Bongossi ersetzen Beton und Metall und Verringern den Wartungsaufwand.

Ipe: Aus dem nördlichen bis mittleren Südamerika stammt das Ipe-Holz, auch als Lapacho bekannt. Die vier bis 30 Meter hohen Bäume haben einen Durchmesser von bis zu 65 cm. Farblich bewegt sich das Kernholz dieser Art von hellbraun bis gelblich-grün im frischen Zustand bis hin zu braun und oliv, wenn das Holz erst einmal nachgedunkelt ist. Das Holz wirkt mit seiner weitgehend homogenen Farbe eher schlicht, wobei wuchsbedingt Glanzstreifen auftreten können. Die Darridchte von Ipe variiert um etwa 1,1 g/cm³, es ist also auch ein schweres Holz, das langsam, aber weitgehend gleichmäßig trocknet und dabei nur mäßig schwindet. Seine Festigkeit ist ähnlich der von Bongossi, aber Ipe ist zudem auch elastisch. Trotzdem gelten dieselben Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von Bongossi oder Teak. Im Außenbau dank seiner hohen Resistenz gegen Pilze und Termiten auch ohne Schutzmaßnahmen problemlos einsetzbar, reicht seine mäßige Widerstandskraft gegenüber Schädlingen im Meerwasser nicht aus, um entsprechend eingesetzt zu werden. So findet sich Ipe schließlich an ähnlichen Stellen wieder wie Bongossi.